myhubi.de

 

Umbau Rotorkopf T-REX 500

In den verschiedenen Internetforen habe ich hin und wieder Berichte über den Delta3 Effekt gelesen und dass man durch einen Umbau der Anlenkung am Rotorkopf des T-REX 500 der Firma ALIGN, diesen Effekt für einen stabileren Flug nutzen kann. Ziel ist es, den Rotorkopf und die Anlenkung so zu modifizieren, dass die durch den Blattschlag entstehenden Einflüsse im Speed - und Geradeausflug, wie das Unterschneiden oder Aufbäumen des Helikopters, möglichst zu neutralisieren.

Das Blattschlagen, entsteht durch das ungleichmäßige Anströmen der Rotorblätter. Die Rotorblätter werden dadurch je nach Situation nach oben oder nach unten gedrückt. Die Rotorblätter samt Blatthalter und Blattlagerwelle bewegen sich in etwa wie eine Wippe, wobei der Mittelpunk diese Wippe mitten auf der Blattlagerwelle liegt. Da der Anlenkpunkt der Blatthalter nicht im Drehpunkt (Mittelpunkt) der Blattlagerwelle liegt, ändert sich bei jedem Umlauf des Rotorkopfes so der Anstellwinkel des Rotorblattes geringfügig.

Eine Möglichkeit das Blattschlagen zu unterdrücken, wäre die Verwendung von sehr harten Dämpfergummis auf der Blattlagerwelle. 

Bei den T-REX Modellen von ALIGN ist die Blatthalteranlenkung hinten bezogen auf die Drehrichtung des Hauptrotors. Die Rotorköpfe werden nachlaufend mit einem positiven Delta3 Winkel angelenkt. Sobald das Rotorblatt also angelenkt wird bzw. nach oben oder unten schlägt, steuert es besser gesagt verstärkt es den Impuls in die vorgegebene Richtung weiter. Dies ist besonders gut für 3D Freaks, welche dass dadurch entstehende wendig und knackige Flugverhalten lieben. Von F3C und Speed-Piloten bei denen es mehr auf Präzision und einen stabilen Geradeausflug ankommt, ist dieses Eigenleben des Helis natürlich nicht gewünscht.

Durch den Umbau des Rotorkopfes am T-REX 500 auf eine vorlaufende Anlenkung (d.h. in die Drehrichtung hinein), wird der Delta3 Winkel negativ. Das so angesteuerte Rotorblatt wirkt der Schlagbewegung entgegen und reduziert diese, der Heli wird stabilisiert.

Nun bin ich nicht gerade ein Speedfreak, geschweige ein F3C Pilot und trotzdem macht sich auch für mich als Rundflieger mit Kunstflugeinlagen die Stabilisierung im Geradeausflug und bei Wind positiv bemerkbar. Das war für mich einer der Gründe den Rotorkopf an meinem T-REX 500 umzubauen.
 
Als erstes muss der Rotorkopf-Bremsteller runter und die Anlenkgestänge der Blatthalter ausgehängt werden. Dann einfach die Blatthalter um 180° drehen, so dass der ALGIN Schriftzug nach unten zeigt. Die Gestänge anklippsen und den Bremsteller wieder aufschrauben. Nun werden die Hautrotorblätter noch gedreht, damit die Anströmkante der Rotorblätter wieder in Drehrichtung zeigen. Schritt Eins ist fertig. 

Im Schritt Zwei wird der komplette Rotorkopf abgebaut, denn die Paddelwippe muss um 180° (um die Quer- oder Längstachse) gedreht werden. Die Mischhebel bleiben an der Paddelwippe dran, sie werden nur von den Anlenkgestängen der Blatthalter los geklippst. Um die Wippe zu drehen, macht ihr einfach auf einer Seite der Paddelstange ein Paddel ab und zieht die Stange dann nach einer Seite durch die Pitchsteuerbrücke, der Paddelwippe und dem Rotorkopfzentralstück raus. Nun ist die Paddelwippe frei und mit etwas Geschick kann man sie von dem Rotorkopfzentralstück nach unten hin abmachen. Die gedrehte Paddelwippe wieder auf das Zentralstück auffädeln und anschrauben. Die Paddelstange einfädeln und anschrauben, dann den kompletten Rotorkopf noch auf den Heli montieren und alle Steuergestänge anklippsen. Fertig.


der Rotorkopf an meinem T-REX 500 mit vorlaufender Anlenkung


Nachdem der Mechanische Umbau abgeschlossen ist, muss nun auf Grund der veränderten Hebelwirkung der Mischerhebel an der Paddelwippe, der Pitchwert im Taumelscheibenmenü eurer Funke noch invertiert werden. Danach läuft die Taumelscheibe „verkehrt“, bei positiv Pitch fährt sie nach unten, bei negativ Pitch fährt sie nun hoch. Nicht erschrecken, bei verschiedenen anderen Helis ist dies völlig normal, wie zB. beim MiniTitan und nun auch am T-Rex .

Bevor ihr zum Probeflug startet, solltet ihr unbedingt eure Pitchwerte und den Spurlauf überprüfen. Außerdem muss der Rotorkopf, die Taumelscheibe und sämtliche Anlenkgestänge bei maximalen Ausschlägen auf Pitch, Nick und Roll freigängig sein.

 

 

Bild- und Textbeiträge © Mirko Wünsch